Die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft hatte an diesem Wochenende den dritten Lauf der Saison 2021, der sich auf dem legendären Schleizer Dreieck zum 86. Mal jährte. Knapp 28.000 Fans waren zur Naturrennstrecke gereist, um sich das Rennsport-Spektakel nicht entgehen zu lassen. 

 

Nachdem die letzte Veranstaltung auf dem Nürburgring im Rahmen des Truck GP aufgrund der verheerenden Hochwasser-Katastrophe in der Eifel verständlicherweise abgesagt werden musste, konnten es die vier Fahrer des EGS-alpha-Van Zon-BMW Teams nicht erwarten endlich wieder auf ihre BMW Bikes zu steigen und Vollgas zu geben. 

 

Bereits am Freitag herrschten schon sehr heiße Temperaturen in Schleiz, doch Ilya Mikhalchik (UKR), Jan Mohr (AUT), Pepijn Bijsterbosch (NED) und Tim Eby (GER) waren hoch motiviert ihrem Team wieder wichtige Punkte zu bescheren. Das freie Training beendeten Sie in der genannten Reihenfolge auf Platz zwei, Platz elf, Platz 13 und Platz 22. Die Zeiten angeführt hat am Freitag ein alter Bekannter des Teams, Markus Reiterberger.

 

Auch am Samstag zu Qualifying dominierte Reiterberger und sicherte sich die Pole Position nur Zehntelsekunden vor Mikhalchik, der den zweiten Startplatz für das erste Rennen am Sonntag einfuhr. Jan Mohr qualifizierte sich auf den 12. Startplatz, Pepijn Bijsterbosch auf Platz 13 und Tim Eby auf 20.

 

Das erste Rennen am Sonntag ging 11:20 Uhr in die erste von 18 Runden. Reiterberger dominierte dieses vom Start weg. Mikhalchik ließ sich aber nicht abschütteln und blieb ihm dicht auf den Versen. Die beiden Topfahrer trennten nur zwei Tausendstel einer Sekunde. Das Rennen blieb spannend bis zum Schluss mit Reiterberger in Führung. Eine Runde vor Zieleinlauf überholte Ilya Mikhalchik den Bayern kurz vor der letzten Kurve und fuhr mit einem Vorsprung von nur 0,475 Sekunden zum Sieg. Jan Mohr kämpfte sich in die Top Ten und beendete das Rennen eins auf dem neunten Rang mit sieben wichtigen Meisterschaftspunkten in der Tasche. Pepijn Bijsterbosch  verlor nach einem recht guten Start einige Plätze zu Beginn des Rennens. Und auch wenn der Niederländer heute ein bisschen mit dem Vertrauen zu seinem Bike kämpfen musste, beendete er das Rennen in 13. Position. Auch Tim Eby hat seine BMW S 1000 RR heute so hart gepusht wie er konnte fuhr das erste der beiden Rennen auf Platz 18 zu Ende.

 

Für die das zweite Rennen am Sonntagnachmittag gilt wieder die umgekehrte Startaufstellung. Dadurch startete Jan Mohr von Position sechs. Ilya Mikhalchik fuhr von der neunten Position los, Pepijn Bijsterbosch von Platz 13 und Tim Eby von 20. Der zweite Start verlief nicht so gut für den Rennsieger aus Rennen eins und er verlor ein paar Positionen, die er sich in den ersten Runden des Rennens zurück holen musste. Runde für Runde fuhr Mikhalchik weiter auf die Führung zu, überquerte die Ziellinie am Ende aber in zweiter Position und musste sich Markus Reiterberger dieses Mal geschlagen geben. Der zweite Platz im zweiten Rennen brachte dem Ukrainer wichtige Punkte für die Meisterschaft und in der Gesamtwertung liegt er nach nur einem Event nun wieder in den Top drei, auf dem zweiten Rang. Bis zur Meisterschaftsführung fehlen ihm nur noch sechs Punkte.

 

Jan Mohr hatte beim Start ins zweite Rennen durch ein Wheelie und fehlendes Gefühl für das Vorderrad einige Plätze verloren, konnte sich aber im Verlauf des Rennens davon erholen und beendete dieses mit Platz zehn in den Top 10. Pepijn Bijsterbosch hatte heute kein Glück. Schon im ersten Rennen fehlte ihm aufgrund von Bremsproblemen das Vertrauen für das Bike. Im zweiten Rennen musste er nach nur sechs Runden in die Box zurück kehren, wieder aus demselben Grund. Er hofft, dass das Problem bis zu seinem Heimrennen in Assen in drei Wochen behoben ist. Tim Eby nimmt trotz einiger Probleme an diesem Wochenende und einem 19. Platz in Rennen zwei auch gute Erinnerungen mit nach Hause, konnte er sich doch zu seiner Rundenzeit beim letzten Besuch in Schleiz ganze zwei Sekunden verbessern.

 

Der nächste Stop der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft wird in drei Wochen, vom 13.-15. August auf der TT Rennstrecke in Assen stattfinden. Ergebnisse, Zeiten und weitere Infos zur Meisterschaft finden Sie unter www.idm.de 

Ilya Mikhalchik, #37:

„Ich hatte ein schönes Wochenende im heißen Schleiz. Es war sehr schön, die ganzen Fans wieder an der Strecke zu sehen und ihren Support zu spüren. Und auch wenn ich kein Deutscher bin, haben mich die Fans hier genauso angefeuert wie zum Beispiel Markus. Das fand ich sehr schön. Position eins und zwei sind natürlich super. Ich war die ganze Zeit schnell dieses Wochenende. Ich konnte sogar den Rundenrekord, den Markus vor einigen Jahren, als er Meister war aufgestellt hat knacken. Das erste Rennen bin ich sehr ruhig und konstant gefahren und habe es ohne Fehler zu machen, mit meiner Strategie gewonnen. Das zweite Rennen bin ich durch den ‚Reverse grid‘ von Position neun aus gestartet und das war nicht einfach. Ich hatte nicht so viel Glück beim Start und wurde aufgehalten, was mich ein paar Positionen gekostet hat. Ich hab mir die Positionen dann zurück geholt, aber dadurch hab ich ziemlich viel Grip verloren. Nach sechs oder sieben Runden war ich dann an Markus dran. Ich hatte eine gute Pace und konnte die Lücke zu fahren. Am Ende hat es aber dann nur für den zweiten Platz gereicht. Ich bin trotzdem wieder in den Top drei in der Meisterschaft, trotz der zwei Rennen in Most, die ich verpasst habe. Damit bin ich sehr zufrieden. Assen ist immer eine super Strecke für mich und daher freue ich mich schon auf das nächste Rennen.“

Jan Mohr, #5:

„Ich hatte am Freitag ein paar Probleme mich mit der Strecke hier in Schleiz zurecht zu finden. Das ging dann aber immer besser. Wir waren alle sehr dicht zusammen und ich habe die freien Trainings als Elfter beendet. Der Samstag lief dann richtig gut. Ich konnte gleich eine schnelle Runde fahren und war zeitweise auch in Position fünf. Am Ende habe ich das erste Qualifying auf zehn beendet und das zweite auf Platz zwölf. Heute war grundsätzlich viel möglich. Ich hatte einen super Rhythmus und hab das erste Rennen auf Platz neun beendet, wieder Top Ten. Dadurch bin ich in das zweite Rennen von Position neun aus gestartet, hatte aber direkt beim Start einen üblen Wheelie und auch kein richtiges Gefühl für den Vorderreifen. Ich konnte ein paar Plätze gut machen. Ich denke zwei Top Ten Ergebnisse sind bei dem Startfeld durchaus okay und ich bin zufrieden. Ich freue mich jetzt auf Assen und werde dort wieder angreifen.“

Pepijn Bijsterbosch, #55:

„Das war kein gutes Wochenende für mich. Am Freitag hatte ich schon Probleme mit dem Bike. Der Samstag ging dann eigentlich ganz gut. Wir haben ein paar Einstellungen gefunden, die mir geholfen haben. Dann im ersten Rennen schon heute hatte ich kein Vertrauen zu meinem Bike, da es Probleme mit der Bremse gab. Und im zweiten Rennen musste ich nach nur sechs Runden rein fahren und konnte aus demselben Grund das Rennen nicht zu Ende fahren. Natürlich bin ich nicht glücklich mit diesem Wochenende. Aber ich kann es nicht ändern und hoffe nun, dass wir bis zu meinem Heimrennen in Assen eine Lösung finden.“

Tim Eby, #17:

„Ich war am Anfang eigentlich ganz positiv überrascht, denn ich war gleich schneller als meine vorherige Zeit auf der Rennstrecke. Das zweite und dritte Training sind dann nicht so gut gelaufen. Im zweiten Training bin ich gestürzt. Aber es zum Glück nichts passiert. Das erste Qualifying war dann richtig gut, wir haben einiges am Motorrad geändert. Im zweiten Qualifying haben wir leider auf den falschen Reifen gesetzt und ich konnte mich nicht weiter steigern. Mit dem ersten Rennen bin ich aber ziemlich zufrieden, denn ich bin mehrfach gute Zeiten gefahren. Im zweiten Rennen bin ich einmal etwas zu weit gefahren und hatte dann einen ziemlich großen Abstand zur Gruppe vor mir. Positiv fand ich trotzdem, dass ich dieses Mal fast zwei Sekunden schneller war, als meine vorherige Bestzeit von unserem letzten Besuch in Schleiz vor zwei Jahren. Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf Assen.“

Werner Daemen, Team Manager:

“Ich bin sehr zufrieden. Ich denke, dass wir bis zum letzten Rennen auf dem Hockenheimring brauchen werden, um um die Meisterschaft zu fahren, aber Ilya hat heute bereits den Sprung von Platz neun auf Platz zwei vor geschafft. Damit bin ich natürlich wirklich glücklich. Auch Jan und Tim haben einen guten Job gemacht. Leider hatte Pepijn Probleme mit der Bremse. Das müssen wir bis zum nächsten Event beheben. Ich denke aber, dass es auf seiner Heimstrecke in Assen auf jeden Fall besser für ihn laufen wird.“