Mit seinem dritten IDM Titel in der Tasche, reiste Markus Reiterberger mit seinem Van Zon-Remeha-BMW Team zu einem Gaststart der FIM Superstock 1000 Europameisterschaft ins spanische Jerez de la Frontera. Generalprobe für den permanenten Einstieg in die Serie in der kommenden Saison 2018 für Reiterberger und sein Van Zon-Remeha-BMW Team.

Die STK1000 EM wird bei allen europäischen Läufen der World Superbike Championship ausgetragen und gilt als hart umkämpften Fahrerfeld, das in Jerez sein Saisonfinale feierte. Reiterberger fuhr 2011 und 2012 bereits permanent in der STK1000 Europameisterschaft, bevor er zu Werner Daemen in das IDM Team wechselte und dort drei IDM Titel einfuhr.

Der Gaststart diente vorrangig der Informationsbeschaffung. Obwohl das Reglement der IDM auf die Stocksport Kategorie ausgerichtet ist, unterscheiden sich vor allem die Reifen und das Fahrwerk der STK1000 Serie. Für Reiterberger und sein Team stand der Lerneffekt also im Fokus.

Free Practice

Die beiden freien Trainings nutze Reiterberger um die neuen Reifen und das angepasste Fahrwerk zu verstehen. Im ersten Training konnte Markus allerdings nur den 16. Platz einfahren. Für das zweite Training konnte die Crew um Dirk Linnebacher eine weitreichende Verbesserung vornehmen, mit der Markus auf gebrauchten Reifen einen deutlichen Sprung in die richtige Richtung machen konnte. Gegen Ende der Session wechselte das Team auf ein frisches Reifenpaar mit der Markus final die siebtschnellste Zeit erzielte. Ein schwieriger Tag für die Van Zon-Remeha-BMW Mannschaft, der aber zufriedenstellend endete.

Markus Reiterberger | P7 | 1´43.366 min | +1.047

Qualifying

Reiti setzte sich in der 30-minütigen Qualifying-Session mit einer 1´42.8 min Runde in seiner ersten fliegenden Runde auf die erste Position. Mike Jones (Ducati) konterte den jungen Obinger dann mit einer 1´42.1 min. Mit viel Risiko, aber einem kleinen Fahrfehler, setze sich Markus mit einer 1´42.2 min Runde direkt hinter Jones und legte noch einen weiteren Angriff nach. Mit einer fast perfekten Runde schob sich Reiterberger mit einer 1´41.113 min und einem Abstand von 0.023 Sekunden zu Mike Jones auf die Pole Positon – neuer Rundenrekord auf der frisch asphaltierten Strecke. Ein sensationelles Ergebnis für den Wildcard-Starter Reiterberger in der hochkarätigen STK1000 Meisterschaft. Die IDM Mannschaft hat es geschafft, das Setup der S 1000 RR innerhalb weniger Sessions von Slick- auf Profilreifen umzustellen. Aber wie würden sich die Reifen über die Renndistanz verhalten?

Rennen

Bei knapp 40°C Asphalttemperatur kontrollierte Reiterberger seine Führung vor seinem BMW Markenkollegen Federico Sandi, der ihn dann aber in der dritten Runde als Führenden ablöste. Markus studierte seinen Vorausfahrer in den kommenden drei Runden und realisierte, dass er seinen Speed steigern konnte. In einer engen Gruppe, um die Positionen eins bis fünf kämpfte, behauptete Reiti die Führung in der achten Runde zurück und setzte sich innerhalb weniger Kurven deutlich von seinem starken Verfolgerfeld ab. In den kommenden Runden vergrößerte er seinen Abstand kontinuierlich und fuhr seine schnellste Rennrunde mit 1’42.741 min in der zehnten Runde. Mit fünf Sekunden Abstand gewann Markus Reiterberger nach 15 Rennrunden, als Gaststarter, den Superstock 1000 Europameisterschaftslauf in Jerez eindrucksvoll.

P1 | Markus Reiterberger | Fastest Lap 1´42.741 min | +5.078

Markus Reiterberger:

„Das Reglement der IDM und der STK1000 ist relativ gleich. Hier in Jerez fahren wir aber mit profilierten Pirelli Reifen, die anders aufgebaut sind als unsere IDM Slicks. Das Motorrad verhält sich deshalb anders als wir es gewohnt sind. Außerdem muss man hier in der STK1000 mit einer anderen Taktik an den Start gehen. Das haben wir am Wochenende gemerkt und schnell verstanden. Generell konnten wir uns von Session zu Session immer steigern und dann sogar die Pole Position einfahren. Dass wir das so schnell umsetzen können, haben wir so nicht erwartet. In der Meisterschaft sind sehr schnelle Jungs mit guten Bikes unterwegs – starke Konkurrenz. Im Rennen habe ich mich wohl gefühlt. Nachdem mich Sandi überholt hatte, hab ich mit Angriffen der anderen Verfolger gerechnet. Die sind aber ausgeblieben. Hab dann gemerkt, dass ich schneller fahren kann und konnte Sandi kontern. Ich war dann ein paar Runden wirklich am Limit, hab ein paar Sekunden Abstand herausfahren können und den Vorsprung ins Ziel verwaltet. Ein Wahnsinns-Wochenende. Mein Team hat mir ein geiles Bike hingestellt, Pirelli und Öhlins haben uns sehr gut unterstützt und wir haben alle an einem Strang gezogen. Wir wollten ganz vorne mitfahren, aber dass wir sowohl die Pole Position als auch den Sieg hier einfahren können hätte ich nicht gedacht. Das war eine sehr gute Generalprobe fürs nächste Jahr, auch wenn wir weiter an uns arbeiten müssen.“

Werner Daemen | Team Manager Van Zon-Remeha-BMW:

„Das war ein mehr als erfolgreicher Rollout. Markus ist sehr gut gefahren und hat uns mit seinen Rundenzeiten beeindruckt. Das Team hat hervorragend gearbeitet und taktisch clever agiert. Wir haben natürlich noch viel Arbeit vor uns, müssen noch viel lernen, können aber mit diesem Ergebnis sehr zufrieden sein. Das sind gute Voraussetzungen für unser Vorhaben in 2018.“