An diesem Wochenende, vom 8. bis 10. Mai, wäre der Saisonauftakt der IDM – Internationalen Deutschen Meisterschaft – gewesen und auch das EGS-alpha-Van Zon-BMW Team wäre in neuer Konstellation zum ersten Mal zum Einsatz gekommen. 

Doch aufgrund der anhaltenden COVID-19 Pandemie, wurden der SBK1000-Lauf im Rahmen der Sachsenring Classics auf dem Sachsenring, das komplette IDM-Wochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg und die German Speedweek, wo sich IDM und Endurance Weltmeisterschaft getroffen hätten, abgesagt. Erst in der letzten Woche dann mussten auch die beiden legendären IDM-Veranstaltungen, der Truck Grand Prix auf dem Nürburgring und der IDM-Lauf auf dem Schleizer Dreieck, abgesagt werden. Trotzdem arbeiten die Organisatoren der IDM auf Hochtouren, um Ausweich-Termine und Rennstrecken zu finden, auf denen an mindestens drei Wochenenden noch Meisterschaftsläufe durchgeführt werden sollen. Zusammen mit den Behörden, den Streckenbetreibern und Veranstaltern wird weiter geprüft, unter welchen Bedingungen die Veranstaltungen stattfinden können. Die Organisatoren der Meisterschaft würden sich dabei natürlich sehr freuen, wenn auch Zuschauer an die Rennstrecken reisen, könnten aber auch mit Rennen ohne Zuschauer leben. Sollten keine Zuschauer vor Ort erlaubt sein, plant man einen Livestream der Rennen zu übertragen. 

Die Corona-Maßnahmen in Deutschland werden aktuell gerade etwas gelockert und so kann man davon ausgehen, dass es zu den geplanten IDM-Terminen bald Neuigkeiten geben wird. 

Aber was machen eigentlich die Haupt-Akteure des EGS-alpha-Van Zon-BMW Teams im Moment? Der amtierende deutsche Meister Ilya Mikhalchik hatte für seinen ersten Einsatz auf der BMW S 1000 RR hart trainiert. Er befindet sich zusammen mit seiner Familie in seiner Heimatstadt Kiev, in der Ukraine. Die Situation dort ist ähnlich wie im Rest der Welt. Ilya hält sich an die Kontaktbeschränkungen, setzt sein Training aber weiter fort. Er geht es nur aktuell ein kleines bisschen stressfreier an als bisher. „Ich bin die meiste Zeit zu Hause und trainiere nicht mehr jeden Tag, habe mein Training ein bisschen zurück gefahren. Ich versuche die neue freie Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Normalerweise wäre ich ja im Moment gar nicht da und viel unterwegs. Ich bin sehr froh, dass in meiner Familie alle gesund sind und ich hoffe, das bleibt auch so“, sagt der 23-Jährige.

Auch Tim Eby, letztes Jahr für EGS Moto Racing im Einsatz, hat den Winter zur Vorbereitung auf seine zweite Saison in der Serie genutzt. Und wenn man ihm auf den Plattformen der sozialen Netzwerke folgt, dann sieht man, dass der 26-Jährige aus Blumberg, Deutschland sehr an seiner Fitness arbeitet. Im letzten Jahr sammelte er bei seinem ersten Einsatz in der SBK 1000 Klasse insgesamt neun Punkte. Natürlich hatte sich der Baden-Württemberger für 2020 höhere Ziele gesteckt und legt sich ganz schön ins Zeug, diese in diesem Jahr noch verwirklichen zu können. „Meine Erwartungen sind nicht unrealistisch. Ich hatte schon Tests mit dem neuen Bike und es hat mir richtig Spaß gemacht, aber ich denke jetzt auch nicht, dass ich Bäume ausreißen kann. Ich möchte mir realistische Ziele setzen und hoffe einfach, dass ich besser werde und ich weiter vorn dabei bin, als im letzten Jahr. Ich finde es sehr motivierend mit Ilya und Vladimir in einem Team zu sein und erhoffe mir, dass ich von den beiden Profis viel lernen werde. Wir werden sehen, wie und wann es weiter geht. Ich hoffe einfach, dass wir dieses Jahr noch einmal auf das Motorrad dürfen.“

Neu im Starterfeld ist der 33-jährige Russe Vladimir Leonov. Aber auch er ist kein unbekanntes Gesicht im Rennsport, durfte unter anderem in den Jahren 2009 und 2010 schon „MotoGP-Luft“ schnuppern, als er in der 250ccm und Moto2 Klasse gefahren ist. In den letzten Jahren war ein ein fester Bestandteil der Supersport und Superbike Weltmeisterschaft und bringt als ältester Fahrer im Team auch die gewisse Erfahrung mit. Aber auch Vladimir muss sich noch gedulden, bis er wieder auf einer Rennmaschine aufsitzen darf. „Selbst hier in Russland steht alles still. Es ist aktuell wirklich eine sehr merkwürdige Situation. Ich langweile mich zu Hause und musste mich nach meiner Rückkehr von den letzten Tests in Quarantäne begeben. Ich hatte ja genug Zeit und habe wieder mit dem Training begonnen, um mich auf die Saison vorzubereiten. Dafür nutze ich einen Workshop ganz in der Nähe, wo ich wohne. Dort kann ich ausgiebig trainieren. Ich hoffe, dass die Saison nun bald los geht und wir endlich wieder auf unsere Bikes können“, sagt Leonov abschließend.  

Wir hoffen sehr, dass es dazu bald positive Neuigkeiten gibt. Bis dahin müssen wir uns alle noch etwas gedulden. Bleiben Sie gesund!