An diesem Wochenende fand im tschechischen Most der zweite Lauf der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) statt. EGS-alpha-Van Zon-BMW Stammfahrer Ilya Mikhalchik nahm an dieser Veranstaltung nicht teil, da er für das BMW Motorrad World Endurance Team rund um Werner Daemen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans gestartet ist. Das Team wurde für ein hartes Rennen mit dem dritten Platz und damit bei der 44. Ausgabe der 24 Heures Motos mit einem Podiumsplatz belohnt. Aber das spielte sich knapp 1200 km vom Autodrom Most ab. 

 

Die beiden Trainingstage verliefen für die drei weiteren Fahrer des EGS-alpha-Van Zon-BMW Teams, Jan Mohr (AUT), Pepijn Bijsterbosch (NED) und Tim Eby (GER) durchwachsen. Die heißen Streckentemperaturen haben die Wahl der Reifen schwierig gestaltet und Mohr, Eby und Bijsterbosch beendeten den Trainingsfreitag mit den Plätzen 12, 13 und 17. Am Qualifikationstag war es fast noch ein bisschen heißer zu Füßen der Burg Hvenin, die erhaben über dem Autodrom Most steht. Die Fahrer mit der Nummer fünf (Jan Mohr), Nummer 17 (Tim Eby) und Nummer 55 (Pepijn Bijsterbosch) konnten sich mit ihren Gesamtplatzierungen auf die Startplätze zehn, 17 und 14 qualifizieren. Mit der Arbeit am Qualifikationstag zeigten sich alle drei Fahrer zufrieden, die Richtung für das Warm up am Morgen des Renntages wurde entschieden.

 

Am Renn-Sonntag wendete sich das Wetterblatt komplett. Von den heißen Temperaturen der beiden Vortage war nichts mehr übrig geblieben, kühler Wind kam dazu. Beim Start ins Rennen eins kamen die EGS-alpha-Van Zon-BMW Fahrer gut weg. Jan Mohr setzte sich ab und hatte in Runde zwei schon vier Positionen zu seiner Startposition gut gemacht. Pepijn Bijsterbosch hatte ebenso einen guten Start, hatte aber Pech und stürzte in Kurve eins der ersten Runde beim Versuch einer Kollision von Marc Moser (TEAM Bonovo Action by MGM Racing) und Alex Polita (TEAM Holzhauer Racing Promotion) auszuweichen. Zum Glück blieb der Niederländer unverletzt. Leider hatte auch Mohr kein Glück. In Runde 13 öffnete sich bei einem kleinen Highsider, den der Österreicher abfangen konnte, sein Airbag und behinderte den 23-Jährigen bei seiner Fahrt ins Ziel des ersten Rennens. Mohr wurde dann nur noch Zwölfter. Tim Eby wurde leider bei dem Sturz zu Beginn des Rennens in Mitleidenschaft gezogen. Er musste weit fahren, um nicht selber mit zu Boden zu gehen und verlor die Plätze, die er beim Start gut gemacht hatte. Er beendete das Rennen eins auf Position 16. Nachdem Luca Grünwald (TEAM Kiefer Racing) nach seinem Zieleinlauf durch die technische Abnahme disqualifiziert wurde, rückten Mohr und Eby jeweils einen Platz nach vorn und wurden Elfter und 15. Das ist der erste Meisterschaftspunkt für Eby.

 

Das zweite Rennen startete am Sonntagnachmittag. Die Wolken zogen sich langsam zu und kurz musste man überlegen, ob es nicht doch gleich zu regnen beginnt. Aber es blieb trocken. Sowohl Pepijn Bijsterbosch, als auch Jan Mohr hatten einen guten Start. Mohr konnte einige Plätze gut machen, fiel aber dann durch einen Ausritt ins Kiesbett weit nach hinten ab. Die Aufholjagd brachte ihm beim Zieleinlauf den 15. Platz und gerade noch einen Punkt. Bijsterbosch kam ebenso gut weg und konnte sich bis zur elften Runde auch dort halten, dann fiel er etwas zurück und beendete das Rennen noch auf dem 13. Rang. Eby kam als 18. Ins Ziel.

 

Der nächste Einsatz der SBK1000 Klasse der IDM ist im Rahmen des Truck GP auf dem Nürburgring vom 16. Bis 18.07.2021. Ob auch dort wieder Zuschauer zugelassen werden, steht noch nicht fest. Man kann die Rennen aber auf alle Fälle wieder über den Livestream der Serie mitverfolgen. Weitere Infos zur IDM gibt es auch hier: www.idm.de

Jan Mohr, #5:

Allgemein war das ein sehr, sehr positives Wochenende für uns. Wenn wir auf Oschersleben zurück schauen, dann haben wir den Zeitabschnitt um eine Sekunde verkleinert. Am Freitag hab ich mich noch nicht so wohl gefühlt auf dem Motorrad. Ich musste richtig kämpfen und war zwei Sekunden hinter der Spitze. Am Samstag ging es super und wir haben uns in jedem Qualifying massiv verbessert. Beim ersten Rennen heute hatte ich einen wahnsinnig guten Star und bin auf fünf vor gefahren, dort konnte ich dann gut kämpfen. Dann hat mich ein anderer Fahrer berührt, ich bin fast abgeflogen und mein Airbag ist auf gegangen. Da habe ich viel Zeit verloren und war dann am Ende drei Sekunden hinter der Spitze. Ich konnte gerade noch den zwölften Platz retten, der dann zum elften Platz wurde durch die Disqualifikation von Luca Grünwald. Das zweite Rennen bin ich von weiter hinten gestartet aufgrund vom ersten Rennen. Wieder hatte ich einen guten Start und konnte bisschen was gut machen. Ich war dann hinter Pepijn und wollte ihn überholen. Ich hab mich dann verbremst und musste ins Kiesbett ausweichen. Ich war dann Letzter und konnte bis zum Schluss nur noch einen Punkt holen. Trotzdem war es ein gutes Wochenende, auch wenn ich natürlich nicht zufrieden bin.

 

Tim Eby, #17:

Für mich war das kein gutes Wochenende. Ich körperlich nicht fit und es hat mich richtig angestrengt. Normalerweise bin ich immer richtig fit, aber ich habe kurz bevor ich hierher gekommen bin meine Corona-Schutzimpfung bekommen und das hat mich ein bisschen zurück geworfen. Am Ende der Sessions hatte ich immer sehr abgebaut und bis zwei Sekunden verloren und das ist einfach zu viel. Im Qualifying war ich über zwei Sekunden schneller als meine vorherige Bestzeit hier vor zwei Jahren in der IDM. Das war in beiden Rennen auch so. Das ist schon ein guter Schritt, aber das Niveau ist hart. Ich wurde einmal Letzter und einmal Zweitletzter. Trotzdem nehme ich viel mit. Ich hoffe, dass ich mich nun schnell von der Impfung erhole. Nächstes Wochenende testen wir in Zolder und ich hoffe, dass ich dort mein Gefühl mit dem Motorrad weiter verbessern kann.

Pepijn Bijsterbosch, #55:

Der Freitag war ein schwieriger Anfang, um das richtige Set up zu finden. Das war kein leichter Tag. Wir haben am Samstag weiter gearbeitet und auch schon kleine Schritte machen können. Aber für einen guten Startplatz hat es leider nicht gereicht. Da waren wir nicht gut genug. Der Sonntag ging gut los. Das Set up hat sich schon im Warm up ganz gut angefühlt und ich war motiviert und hatte Hoffnungen für das Rennen. Leider war mein Rennen sehr kurz. Leider bin ich beim Anbremsen in die erste Kurve zwischen zwei Fahrer geraten und bin dann zusammen mit Marc Moser gestürzt. Das zweite Rennen war vom Start her gut, aber das Motorrad hat nicht so gut funktioniert. Wir hatten Probleme mit der Front und wissen nicht, ob das vielleicht noch von dem Sturz davor war. Das müssen wir noch auswerten. Aber mein Gefühl war nicht optimal. Gut war, dass wir ein paar Punkte mitnehmen konnten. Jetzt hoffe ich, dass es auf dem Nürburgring wieder besser geht.

Werner Daemen, Team Manager:

Ich habe die Rennen natürlich im Internet verfolgt und muss sagen, dass Jan wirklich gut gefahren ist. Leider sind ihm diese beiden Missgeschicke passiert, da kann man nichts machen, aber seine Fortschritte waren sichtbar dieses Wochenende. Auch Tim hat wieder Fortschritte gemacht, wenn er auch körperlich dieses Wochenende nicht so gut drauf war. Wieso es bei Pepijn nicht so gut gelaufen ist, weiß ich noch nicht. Das müssen wir jetzt erst einmal auswerten. Wir werden am Wochenende in Zolder einen Tag testen und schauen, wo wir uns noch verbessern können.